Autoreifen ist nicht gleich Autoreifen: Jedes Auto braucht sie in einer anderen Größe; es gibt beträchtliche Unterschiede bezüglich ihrer Qualität. Wer den Reifen zu früh wechselt, vergeudet Geld; wer ihn zu lange am Wagen lässt, bringt sich und andere in Gefahr. Die Energiespar-Plakette, die es bald auch für Reifen geben soll, könnte große Veränderungen für den Markt bringen. Die benötigte Größe kann man auf dem aktuellen Reifen ablesen. Ist die Schrift auf dem alten Reifen nicht mehr zu entziffern, findet man die Angaben auch im Fahrzeugschein. Für jedes Auto sind nur bestimmte Größen zulässig.
Viele Fachredaktionen testen in regelmäßigen Abständen aktuelle Reifen. Dabei kommen sehr große Qualitätsunterschiede bezüglich Bodenhaftung, Langlebigkeit, Geräuschpegel und Spritverbrauch ans Tageslicht. Der Kauf von neuen Reifen ist für die meisten eine langfristige Investition; es lohnt sich, die Tests zu konsultieren, um dann nicht jahrelang mit den Leistungen des Reifens unglücklich zu sein. Man findet die Testergebnisse häufig auch auf den Webseiten der Tester.
Wann der Reifen allerspätestens gewechselt werden muss, ist gesetzlich vorgegeben: Nur mit bestimmten Grenzwerten kommt man durch allfällige Kontrollen. Allerdings ist das schon ein sehr geringes Profil, welches nur noch bedingt Bodenhaftung bei Nässe garantieren kann. Deshalb empfehlen viele Experten, Reifen bereits früher zu ersetzen. So ist man auch bei Regen noch sicher unterwegs. Eine neue Entwicklung könnte zu großen Veränderungen auf dem Reifenmarkt führen: Ab 2012 dürfen neue Autoreifen nur noch mit einer Energieplakette verkauft werden – eine Vorschrift, wie sie in ähnlicher Form bereits für Haushaltsgeräte in Kraft ist. Das dürfte dem CO2-Aspekt größeres Gewicht verleihen; schließlich geht es neben Klimaschutz auch um den Treibstoffverbrauch, der als Kostenfaktor für alle Autofahrer eine große Rolle spielt. Die Plakette wird auch Käufern, die keinen Reifentest konsultiert haben, auf den ersten Blick zeigen, was der Reifen sie auf Dauer kosten wird.
Obwohl die Neuerung auf jeden Fall eine erfreuliche Nachricht für die Umwelt ist, die es Fahrern erleichtert, den Spritverbrauch ihrer Fahrzeuge im Griff zu behalten, gibt es dennoch kritische Stimmen. So wird bemängelt, dass die Umweltverträglichkeit der einzige Wert ist, der auf die Klassifizierung des Reifens Einfluss hat. Dabei spielen bei Reifen auch ganz andere Faktoren eine Rolle. Befürchtet wird, dass Kunden andere Qualitätsmerkmale, wie zum Beispiel die Bodenhaftung, aus den Augen verlieren. So ist es auch in Zukunft äußerst empfehlenswert, Tests zu konsultieren, bevor man das Auto neu bereift. Man fährt schließlich kaum so viel, dass man alle Reifenarten selber testen kann.
