Kfz-Versicherungen sind in Deutschland Pflicht, damit man das Kraftfahrzeug überhaupt im Straßenverkehr betreiben darf. In welchem Umfang man sein Auto oder Motorrad versichert, steht dem Fahrzeughalter bis zu einem gewissen Grad frei, ebenso wie die Wahl des jeweiligen Unternehmens. Ein Kfz-Versicherungsvergleich der Angebote lohnt sich immer; schließlich hängen die Höhe der Beiträge und der Leistungsumfang nicht nur von äußeren Faktoren, sondern auch von der Wahl des Anbieters ab. Neben den sogenannten freien Versicherern bieten auch einige Automobilhersteller selbst Versicherungsschutz für die von ihnen hergestellten und vertriebenen Fahrzeuge an. Zwar stecken auch hier meist Versicherungsgesellschaften hinter den Policen; dies bringt aber dem Autohersteller und dem Versicherer einige Vorteile – und zuletzt auch dem Käufer, der von dieser Allianz profitieren kann.
Auf den ersten Blick überzeugen die Hersteller-Policen nicht unbedingt durch niedrige Beiträge. Sie liegen eher im allgemeinen Durchschnitt. Das ist aber auch ganz im Interesse der Fahrzeughersteller, denn schließlich wollen sie nicht in erster Linie mit den freien Versicherern konkurrieren, sondern den Kunden an ihre Marke binden. Die Vorteile liegen demnach deutlich im Versicherungsumfang: Einige Marken bieten auch bis zu 24 Monate nach Erwerb noch die Erstattung des vollen Kaufpreises, sollte es zu einem Totalschaden kommen. Freie Versicherer leisten diesen Service nur bis zu ca. 12 Monate nach dem Kauf. Auch die Werkstattbindung der Hersteller kann für Kunden finanzielle Vorteile bringen: Wird im Schadensfall eine hauseigene Werkstatt aufgesucht, kann die Selbstbeteiligung um einige Hundert Euro sinken. Freie Versicherer setzen dagegen auf freie Werkstätten.
Nicht selten sind die Hersteller auch großzügiger, wenn es um grobe Fahrlässigkeit geht. Allerdings ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, wer welche Schäden übernimmt und wann der Kunde leer ausgeht. So übernehmen manche Anbieter grundsätzlich von Tieren verursachte Bissschäden, andere ausdrücklich nur Marderbisse. Bei Vertragsabschluss sollte entsprechend darauf geachtet werden, welche Eventualitäten abgedeckt sind und welche nicht. Wer eine Hersteller-Versicherung zusammen mit einer Finanzierung in Anspruch nimmt, kann oft im Gegensatz zu einer Standard-Police deutlich sparen. Faktoren wie Schadenfreiheitsklassen spielen hier keine Rolle; außerdem bleiben die monatlichen Raten über die gesamte Laufzeit hinweg konstant. Legt man Wert auf bestimmte zusätzliche Leistungen und den Besuch einer Vertragswerkstatt im Schadensfall, ist man mit einer Versicherung des Automobilherstellers in vielen Fällen gut beraten. Möchte man dagegen eine Police mit einem möglichst günstigen Basisschutz abschließen, kann die Wahl eines freien Versicherers eine sinnvolle Alternative sein.
