Es sah so gut aus im Jahr 2009. Damals war die Zahl der gestohlenen Pkws mit Kaskoversicherung erstmalig seit 16 Jahren zurückgegangen. Doch diese Statistik gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Im Jahr 2010 wurden wieder mehr Autos gestohlen. Etwa 19.500 Autos wurden im gesamten Jahr entwendet, ein Plus von circa 7 Prozent. Zumindest von den Diebstahlzahlen der 90er-Jahre, in denen 100.000 geklaute Wagen pro Jahr keine Seltenheit waren, ist diese Zahl weit entfernt. Doch neben der Zahl der entwendeten Fahrzeuge stieg 2010 auch der Schadenaufwand für die Kfz-Versicherungen. Rund 275 Millionen Euro mussten die Autoversicherungen 2010 aufbringen. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 25 Prozent. Und auch die durchschnittliche Schadensumme stieg um etwa 10 Prozent auf rund 13.200 Euro an. Mit einem Wert von circa 0,6 pro 10.000 versicherten Pkws ist auch bei der Schadenshäufigkeit ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 2009 lag dieser bei circa 0,5 pro 10.000 Autos.
Unverändert sind jedoch die Vorlieben der Langfinger bezüglich der Automarken. Wie im Jahr zuvor gehören VW, BMW und Audi zu den am häufigsten gestohlenen Fahrzeugen. Immer beliebter werden zudem japanische Automarken wie Toyota und Honda. Hier verdoppelte sich die Zahl der entwendeten Autos. Dieser Trend zeigt sich auch in den am liebsten geklauten Automodellen. Besonders das Toyota-Modell Lexus RX400, Hybrid sowie das BMW-Modell M3 Coupé stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Diesen Modellen folgt der VW Caravelle T4, Multivan 2.5 TDI. Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, zeigt sich, dass keines zu den wirklichen Gewinnern des Jahres zählt. Lediglich in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein ist die Zahl der Diebstähle nicht gestiegen. Besonders fällt hier Nordrhein-Westfalen auf, wo ein Anstieg von rund 15 Prozent zu verzeichnen ist. Dieser Wert wird allein durch Brandenburg getoppt, wo es über 20 Prozent mehr Diebstähle gab.
Vor allem in Großstädten wurde ein Zuwachs an Autodiebstählen festgestellt. Spitzenreiter sind hier Bielefeld mit etwa 70 Prozent mehr Diebstählen und Dortmund mit über 53 Prozent Zuwachs. Gute Nachrichten gibt es hingegen für Halter von Mopeds, Mofas, Leichtkrafträdern und Campingfahrzeug. Bei diesen Fahrzeugtypen konnten Diebstahlrückgänge beobachtet werden. Diese betrugen bei Mopeds und Mofas etwa 20 Prozent. Bei Leichtkrafträdern und Campingfahrzeugen immerhin über 10 Prozent. Doch auch wenn somit die Zahl der insgesamt entwendeten Kraftfahrzeuge um knapp 4 Prozent zurückgegangen ist, kann dies von der Schadensgesamtsumme nicht gesagt werden. Diese lag mit circa 348 Millionen Euro gut 10 Prozent über der Summe des Vorjahres. Wirklich Aufatmen können Kraftfahrzeughalter also auch in diesem Jahr wohl nicht.